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| Geschrieben von: Pressesprecherin |
| Donnerstag, den 19. August 2010 um 00:00 Uhr |
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Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pößneck
(Quellen: Archiv der Feuerwehr, sowie "Pößnecker Heimatblätter" Sonderheft 2008, 150 Jahre Frewillige Feuerwehr Pößneck mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchiv Pößneck)
Die Gründung der Freiwilligen Turnerfeuerwehr im Jahre 1858
Im Jahre 1847 führte der aus einer alten Pößnecker Tuchmacherfamilie stammende Lehrer und Theologe Friedrich Thalmann (1823-1889) in seiner Funktion als Konrektor (zweiter Direktor) das Turnen an der Pößnecker Knabenschule als fakultatives Fach ein. Ostern 1850 trat der junge Lehrer Eduard Langguth (1825-1916) in Pößneck den Dienst an. Ihm wurde nun der fakultative Turnunterricht von Konrektot Thalmann übertragen. Bald war Langguth bei den Schülern sehr beliebt. Viele Jahrgänge der Pößnecker Jungen absolvierten bei ihm den freiwilligen Sportunterricht und hätten oft gern auch nach der Entlassung aus der Schule die körperliche Ertüchtigung an der frischen Luft in organisierter Form fortgesetzt. Doch es fehlen die Möglichkeiten. Im Jahre 1858 wandte sich eine Gruppe aus diesem Turnunterricht hervorgegangener junger Männer an Lehrer Langguth mit der Bitte, er möge ihnen bei der Gründung eines Turnvereines für erwachsene Männer behilflich sein. Sie rechneten damit, dass er als städtischer Angestellter beim Magistrat ein Wort für sie einlegen könne, denn zur Ausübung ihrer Leibesübungen benötigten sie einen geeigneten Platz, und da bot sich der Schulturnplatz in den Schwendersatteln an. Dem Gesuch wurde von der städtischen Behörde entsprochen, dem Turnverein ein Statut gegeben und Eduard Langguth die Führung der jungen Turnerschaft übertragen. Als Gegenleistung für die Gewährung der Mitnutzung des Turnplatzes hatten sich die jungen Sportler verpflichtet, in Brandfällen eine geordnete freiwillige Löschhilfe zu leisten.
Damit war die Freiwillige Turnerfeuerwehr gegründet. Als Gründungstag gilt der 10. Juli 1858. Jedes Mitglied verpflichtete sich beim Eintritt in den Verein verbindlich, bei einem ausbrechenden Schadensfeuer helfend und rettend einzugreifen. Jeder Feuerwehrmann musste zugleich Sportler sein. Annähernd 30 junge Männer traten dem Verein bei. Als Platz für Feuerwehrübungen wurde ihnen der hintere Klosterplatz, also die freie Fläche am oberen Ende der Kantorgasse, zugewiesen. Hier gab es einen an die alte Holzwasserleitung angeschlossenen Laufbrunnen. Zunächst standen den eifrigen Feuerwehrmännern allerdings keine größeren Löschgeräte zur Verfügung. Sie übten daher das Transportieren des Wassers mittels Leder- und Hanfeimern.
Eine solche Eimerkette wurde jahrelang parktiziert, dieses Bild zeigt eine nachgestellte Szene eines Großbrandes vom 2. juli 1872. Die Szene wurde zur 125 Jahrfeier 1983 nachgestellt.
Immer wieder trainierten sie die Bildung einer doppelten Eimerkette, wobei es darauf ankam, die Eimer schnell weiterzureichen und dabei möglichst wenig Wasser zu verschütten. Dass es die jungen Feuerwehrmänner dabei bald zur Perfektion brachten, bewies ihr erster Einsatz in einem Ernstfall. Am 1. Januar 1859 kam es zu einem Brand im Haus des Bäckers Tobias Abicht, Turmstraße 1. Auf dem Lutherplatz, unmittelbar vor dem Schulgebäude, befand sich der nächste Brunnen. Sie bildeten bis zu dem brennenden Eckhaus schräg gegenüber eine doppelte Eimerkette und führten den dort aufgestellten städtischen Spritzen das Wasser zu. Die Herbeischaffung des Wassers lief so zügig ab und war so perfekt organisiert, dass die Turnerfeuerwehr zum ersten Mal Aufmerksamkeit erregte und in einem Artikel im Pößnecker Wochenblatt lobende Erwähnung fand.
Der Lehrer Eduard Langguth (1825-1916) gründete im Jahre 1858 die Turnerfeuerwehr.
Ersterer waren mehrere Hundert Männern dienstverpflichtet. Ihr Ausbildungsgrad ließ jedoch zu wünschen übrig. Dafür stand ihnen das gesamte Arsenal der Spritzen, Schläuche, Wagen usw. zur Verfügung. Letztere besaß nur ca. 30 In Pößneck gab es seit 1858 also zwei Feuerwehren, die bereits bestehende Wehr, die nun den Namen Pflichtfeuerwehr erhielt, und die neu gegründete Freiwillige Turnerfeuerwehr.Mitglieder, aber diese waren jung und hoch motiviert. Sie verfügten zunächst über keine eigenen Feuerlöschgeräte. Während der ersten Jahre diente die Leipziger Turnerfeuerwehr der Pößnecker als Vorbild. Sie konnte bereits auf eine zwölfjährige Erfahrung zurückblicken. 1846 ins Leben gerufen gehörte sie zu den ältesten Turnerfeuerwehren auf deutschem Boden. In Pößneck erkannte man schnell, dass die Ausbildung eines erfahrenen Feuerwehrkorps für die Stadt von großer Wichtigkeit war. Aus diesem Grunde schickte die Stadt den neu ernannten Kommandanten Eduard Langguth in der Pfingstwoche 1859 nach Leipzig. Er sollte dort die musterhaft organisierte Wehr kennenlernen, Erfahrungen sammeln und neue Löscheinrichtungen in Augenschein nehmen. Er tat dies mit Begeisterung. Als Langguth in seiner Heimatstadt wieder eintraf, trug er die ersten Gerätschaften zur Ausstattung seiner Mannschaft im Gepäck, einen kompletten Gurt und eine Hakenleiter. Beide Teile wurden zum Steigen an Hauswänden benötigt. Die Ausbildung zur Brandbekämpfung erfolgte nun nach dem Muster der Leipziger Turnerfeuerwehr. Der Pößnecker Maschinenbauer Friedrich Bock erhielt den Auftrag, mehrere Hakenleitern anzufertigen sowie vier Gurte mit Karabinerhaken und die zugehörigen Leinen zu beschaffen. Zwölf Turner wollten sich als Steiger ausbilden lassen. Die ersten Steigübungen an einer Hauswand wurden im August 1859 an der Scheune des Tuchmacher-Obermeisters Gottlieb Lebrecht Fischer durchgeführt. Jeden Abend trafen sich die 30 Vereinsmitglieder von 19 bis 21 Uhr, um gemeinsam zu üben. Inzwischen hatte der Magistrat den Freiwilligen aus dem Bestand der Pflichtfeuerwehr die kleine Pariser Karrenspritze übergeben, eine Spritze ohne Saugwerk, die auf einen zweirädrigen Handkarren montiert war. Als Gerätehaus diente der so genannte Spritzenraum. Er befand sich in dem kleinen Anbau an der Südseite des Rathauses und war vom Markt her zugänglich. Der Maschinenbauer Friedrich Prager wurde zum ersten Spritzenmeister gewählt. Noch im gleichen Jahr hatte der Seifensieder Schmidt-Helme die Bürgerschaft zu Spenden aufgerufen. Mit dem Ertrag konnten fünf weitere Steigerleitern sowie ein Transport- und Steigerwagen finanziert werden. Die Ausführung des Auftrages übernahm der Wagner Wilhelm Streitberger (der Großvater Prof. Franz Huths). 1860 erwarb die Turnerfeuerwehr ein Sprungtuch und bald darauf auch einen Rettungsschlauch. Inzwischen stand den Männern der Freiwilligen Turnerfeuerwehr auch eine eigene Uniform zur Verfügung, die sie mit Stolz trugen. Sie bestand aus weißen Hosen und blauen Blusen. Auf letztere waren die Buchstaben T C aufgeheftet. Sie standen für die Worte „Turner-Companie“. Am 4. Oktober 1859 rief der Seifenfabrikant Carl Hermann Schmidt die Pößnecker Bürger auf, zur Anschaffung von Lederhelmen Geld zu spenden. Überall fanden sich helfende Hände, und bald standen den Feuerwehrmännern nicht nur hohe Lederhelme sondern auch schwarze Ledergurte zur Verfügung. Ende 1861 bestand die Turner-Companie aus 12 Steigern und 28 weiteren Feuerwehrmännern. In weitem Umkreis galt die Pößnecker Turnerfeuerwehr als vorbildlich und wurde zur Nachahmung empfohlen. Am 13 Oktober 1863 sandte der Kommandeur der Saalfelder Feuerwehr ein Schreiben an den Pößnecker Oberbürgermeister Emil Diez. Darin bittet er Diez, er möge der dortigen Feuerwehr (gemeint ist die Pößnecker Turnerfeuerwehr) gestatten, mit ihren Löschgeräten nach Saalfeld zu kommen, um dort vor den Augen des Publikums eine Probe ihres Könnens abzugeben. Welche Resonanz dieses Ersuchen in Pößneck fand, geht aus einem im Februar 1865 in Saalfeld erschienen Zeitungsartikel hervor. Darin heißt es: „Als im Herbst 1863 der hiesige Turnverein die Absicht hatte, eine Turnfeuerwehr zu gründen, erboten sich auf Ersuchen die Pößnecker Turnerfeuerwehrleute freundlichst, mit ihren Apparaten nach Saalfeld zu kommen, um durch eine hier zu veranstaltende Feuerwehrübung uns ein Bild der damals in hiesiger Stadt noch ziemlich unbekannten neueren Lösch- und Rettungseinrichtungen zu geben. …. Die Pößnecker Turnerwehr lehnte jede persönliche Besoldung ab, es handelte sich daher für uns nur darum, den Transport der Spritze und der sonstigen Apparate zwischen hier und Pößneck, sowie die nötigen Erfrischungen zu bestreiten. ….. Leider konnte trotz vielfacher und langdauernder Bemühungen das Projekt nicht zur Ausführung gebracht werden, da die städtischen Behörden Pößnecks der Turnerfeuerwehr die Erlaubnis, mit ihrer Spritze und ihren übrigen Geräten die Stadt auch nur auf einen Nachmittag verlassen zu dürfen, versagten. Dagegen ging uns im vorigen Sommer von dort die Einladung zu, einer Feuer-Lösch und -Rettungsübung in Pößneck beizuwohnen.“ Anfang 1861 kam es zu einem Ärgernis, welches Folgen hatte. Der Turnus für die Feuerwehrübungen, jeden Tag nach Feierabend von 19 bis 21 Uhr, war auf die Dauer nicht durchzuhalten. Eduard Langguth schlug deshalb vor, jeweils eine Übung auf den Sonntagvormittag zu verlegen. Doch die Kirchen- und Schulbehörde, vertreten durch Pfarrer Theodor Hölbe, äußerte Bedenken, dem Lehrer Langguth die Abhaltung solcher Übungen zu gestatten, und legte ihm nahe, sich daran nicht zu beteiligen. Verärgert über so wenig Einsicht trat Eduard Langgutrh am 23. März 1863 als Kommandant der Freiwilligen Turnerfeuerwehr zurück.
Die Turnerfeuerwehr unter der Leitung von Emil Gundermann
Bislang galt immer noch der Grundsatz, jeder Feuerwehrmann muss gleichzeitig ein Turner sein. Doch diese doppelte Verpflichtung war weder der einen noch der anderen Sache dienlich. Um der Entwicklung beider Einrichtungen nicht hinderlich zu sein, wurde im Jahre 1862 die Feuerwehrsache von der Turnersache getrennt. Am 23. März 1863 übernahm der Zimmermeister Emil Gundermann das Amt des Kommandanten der Freiwilligen Turnerfeuerwehr, nachdem er zuvor diese Funktion schon als Stellvertreter ausgeübt hatte. Der Obersteiger Ernst Diesel trat das Amt des Schriftführers an. Angehörige der Familie Gundermann hatten sich seit Generationen dem Zimmerhandwerk verschrieben. Im Jahre 1835 übertrug man zum Beispiel dem Ratszimmermann Gottlieb Gundermann den Auftrag, das hintere Türmchen auf dem Dach der Stadtkirche abzureißen und durch ein neues zu ersetzen. Dabei kam einer seiner Zimmergesellen ums Leben. (51) Wie schon erwähnt war im Jahre 1854 der Zimmergeselle Christian Gottlieb Gundermann der „Einreißcompanie“ der Pflichtfeuerwehr zugeordnet worden.
Der Zimmermann Emil Gundermann (1831 bis 1894) - Bezirksleiter und Landesbrandmeister- stand der Turnerfeuerwehr von 1863 bis 1894 als Kommandant vor.
In der einschlägigen Heimatliteratur wird Emiel Gundermann wie folgt beschrieben: „Er war ein Kind unserer Stadt, geboren am 3. Juni 1831, und erlernte vom Vater zunächst den Beruf als Zimmermann. Als solcher arbeitete er längere Zeit in der Fremde. Nach seiner dreijährigen Militärzeit in Meiningen sowie nach weiterer beruflicher Ausbildung legte er ohne höhere Fachschulbildung ein vorzügliches Meisterexamen ab, und sein Zimmereigeschäft erfreute sich dann auch eines recht guten Aufschwunges. Mit 29 Jahren wurde Emil Gundermann als ausgezeichneter Turner“ in den Turnverein und kurz darauf in die Freiwillige Turnerfeuerwehr aufgenommen.
Feuerwehrkommandant Gundermann führte in seiner Mannschaft einen monatlichen Beitrag in Höhe von 1 ½ Kreuzer ein. Die Gelder flossen in eine neu ins Leben gerufene Unterstützungskasse für die Mitglieder seiner Wehr. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr musste auch die Leistungsfähigkeit der Löschfahrzeuge Schritt halten. Man entschied sich, von der Leipziger Feuerspritzenfabrik Jauck einige moderne Löschgeräte zu erwerben. Im Jahre 1863 lieferte diese Firma der Turnerwehr eine Abprotzspritze mit einem Zylinderdurchmesser von 130 mm, die fortan die Bezeichnung „Werk I“ erhielt. Diese Spritze ließ sich vom Fahrgestell „abprotzen“, das heißt lösen und abnehmen. Man konnte sie sodann an schlecht zugängliche Stellen, durch enge Höfe oder Flure tragen. Im Jahre 1866 verstärkte der Magistrat die Freiwillige Feuerwehr um weitere zehn Mann und stattete sie mit dem erforderlichen Zubehör aus. Als der Goldarbeiter (alte Bezeichnung für Goldschmied) Friedemann Kessel, Feuerdirektor bei der Pößnecker Pflichtfeuerwehr, 1867 starb, vermachte er der Unterstützungskasse der Turnerfeuerwehr 25 Gulden. Nachdem die Pößnecker Turnerkompanie am 14. März 1867 bei einem Großfeuer in Ranis durch besondere Einsatzbereitschaft hervorgetreten war, erhielt sie 20 Taler als Prämie.1870 stiftete der Rentier Christian August Bernhardt 2500 Mark als Legat für kranke und verunglückte Feuerwehrleute. 1873 erhielt die Freiwilligenwehr von der Stadt 250 Mark als Prämie. 1891 wurde der Unterstützungsfond um weitere 300 Mark durch eine Stiftung des Flanellfabrikbesitzers Christian Friedrich Bernhardt vermehrt. Damit besaß das Corps ein gutes finanzielles Polster. Am 15. September 1877 ereignete sich ein ernster Zwischenfall. In einem Haus in der Raniser Straße, in dem der Fabrikarbeiter Christian Schellenberger wohnte, war Feuer ausgebrochen. Gundermanns Freiwillige waren schnell zur Stelle, brachten ihre Spritzen zum Einsatz und begannen den Feuerherd zu bekämpfen. Der Obersteiger Ernst Diesel trat durch besonderen Mut hervor. Er wollte mit Hilfe seiner Hakenleiter an der Außenwand in das brennende Obergeschoß klettern. Doch der Brand war schon zu weit fortgeschritten. Das Balkenwerk brach zusammen. Diesel stürzte ab und wurde unter den brennenden Trümmern begraben. Dem besonnenen und schnellen Handeln Gundermanns war es zu verdanken, dass der in Lebensgefahr schwebende Obersteiger gerettet werden konnte. Im Jahre 1875 erwarb der Gemeinderat von Pößneck für die Freiwilligen der Turnerwehr eine zweite Spritze, das Werk II, 1882 eine dritte, das Werk III. Beide Löschgeräte waren Erzeugnisse der Leipziger Feuerspritzenfabrik Jauck. Letztere Spritze hatte der dort tätige Oberingenieur Georg Bandau, der spätere Branddirektor der Stadt Leipzig, konstruiert und gebaut. Für die kleine Pariser Karrenspritze gab es nun keinen Bedarf mehr und man gab sie der Pflichtfeuerwehr zurück. Im Jahre 1891 wurde die erste mechanische Schiebeleiter, Fabrikat Lieb, angeschafft. Sie hatte im ausgezogenen Zustand eine Länge von 16 Meter.
Die Charigierten ( Verantwortungsträger ) der Pößnecker Turnerfeuerwehr im Jahre 1886, vorn in der Mitte Emil Gundermann.
Die Fertigstellung der Pößnecker Hochdruckwasserleitung in den Jahren 1891/92 brachte dem Feuerlöschwesen einen bedeutenden Fortschritt. Jeder Haushalt erhielt einen Wasseranschluss, und damit bestand die Möglichkeit, kleine Brände bereits im Entstehen zu ersticken. Außerdem bot die Hochdruckwasserleitung die Gelegenheit, mehrere Hydranten in der Stadt anzulegen. Am 27. Oktober 1891 überreichte der Magistrat den Vertretern der Turnerfeuerwehr zwei Schlüssel für die Hydranten.
Diese vorteilhafte Entwicklung der Freiwilligen Turnerfeuerwehr war in erster Linie ein Verdienst Emil Gundermanns.
Als Bezirks- und Landesbrandmeister „erhielt er an Auszeichnungen die silberne und goldene Verdienstmedaille und das Verdienstkreuz. Die Stadt Pößneck aber ernannte ihn 1889 für 25jährige Tätigkeit im Gemeinderat , darunter als Vorsitzender, und für ebenso lange Tätigkeit als Feuerwehrkommandant zu ihrem Ehrenbürger. 1890 erhielt Gundermann den Ehrenvorsitz im Turnverein.“
Die Feuerwehr in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts
Nach Gundermanns Tod galt es, einen neuen Kommandanten für die Freiwillige Turnerfeuerwehr zu finden. Die Wahl fiel auf den in Jüdewein (Mühlstraße 7) wohnhaften Flanellfabrikbesitzer Karl Pflug. Er hatte sich bereits als Führer der Freiwilligen Feuerwehr in Jüdewein hervorgetan und seine Befähigung bewiesen. Wie sein Vorgänger setzte er seine ganze Kraft daran, das Pößnecker Feuerlöschwesen nicht nur auf der erreichten Höhe zu erhalten, sondern noch weiter zu fördern und auszubauen. Am 18. Juni 1894 wurde er vom Herzoglichen Staatsministerium zum Bezirksbrandmeister ernannt.
Der Fabrikbesitzer Karl Pflug, Orts- und Bezirksbrandmeister, von 1894 bis 1909 Kommandant der Turnerfeuerwehr.
Der Posten des Landesbrandmeisters blieb dagegen längere Zeit unbesetzt, bis er schließlich an den aus Meiningen stammenden Turnlehrer und Ortsbrandmeister Germann vergeben wurde. Eine der ersten Aufgaben, die Pflug zu bewältigen hatte, bestand darin, die Freiwillige und die Pflichtfeuerwehr in irgendeiner Weise miteinander zu verbinden. Dies erreichte er dadurch, dass alle Chargierten (also alle Vorsitzenden des Korps) der Pflichtfeuerwehr Mitglieder der Freiwilligen Turnerfeuerwehr wurden.
Bereits am 31. April 1894 war die Pößnecker Turnerfeuerwehr dem Saale-Orla-Gau-Feuerwehrverband beigetreten. Vom 17. bis 19 Juni 1899 fand der VI. Verbandstag der Feuerwehren des Saale-Orla-Gaues in Pößneck statt.
Im Jahre 1903 erhielt die Freiwillige Feuerwehr einen modernen Steigerwagen, der auch zum Transport der Requisiten geeignet war. Eine zweite mechanische Schiebeleiter mit allen technischen Neuerungen und einer Gesamtlänge von 20 Meter vervollständigte im Jahre 1906 die Ausrüstung. Einen weiteren Fortschritt brachte das Jahr 1907. Die Stadt ließ eine elektrische Alarmanlage einrichten und die entsprechenden Kabel verlegen. Zunächst waren 25 Feuerwehrmänner angeschlossen. Sie konnten nun binnen Sekunden durch ein Tonsignal in ihren Wohnhäuser alarmiert werden.
Eine Feuerwehrfamilie - der stellvertretende Bezirksmeister Paul Hoffmann mit seinen Söhnen. Hoffmann war von 1910 bis 1933 Kommandant der freiwilligen Feuerwehr Pößneck
Vom 15. bis 17. August 1908 feierte die Freiwillige Turnerfeuerwehr ihr 50jähriges Gründungs-Jubiläum. Begünstigt durch das schöne Wetter nahmen große Teile der Pößnecker Bürgerschaft an den Veranstaltungen teil. Außerdem waren Abordnungen zahlreicher Thüringer Feuerwehren zu dem Fest erschienen.
Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges legte die Freiwillige Feuerwehr ein Gerätebuch an. Es gehört zu den wenigen erhaltenen Dokumenten aus früher Zeit. Dieses große, dicke Buch enthält allerdings neben einer Tabelle, in die die Geräte eingetragenen sind, nur sehr wenige Notizen. Die Tabelle ist nachträglich eingeklebt worden. Da sie auch den 1911 angeschafften Alarmwagen enthält, kann sie frühestens in diesem Jahre angefertigt worden sein.
Folgende Geräte standen der Wehr zu dieser Zeit zur Verfügung: Eine Mechanische Leiter (hölzerne Auszugleiter) mit vier, eine mit drei und eine mit zwei Rädern, zwei Stützenauszugleitern, zwei vierrädrige Requisitenwagen, ein zweirädriger Pioniergerärtewagen, ein zweirädriger Alarmwagen, fünf vierrädrige Spritzen, vier zweirädrige Abprotzspritzen, sechs zweirädrige Schlauchwagen, ein zweirädriger Absperrseilwagen, ein zweirädriger Scheinwerferwagen mit Dreibock, vier Anstellleitern, dazu mehrere zweiholmige und einholmige Hakenleitern sowie Feuerhaken. Etwa zur gleichen Zeit wurde ein Kammerbuch angelegt. Darin sind die Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke der Freiwilligen Turnerfeuerwehr aufgelistet. (58) Am 1. Januar 1912 besaß die Wehr 163 Helme (Lederhelme), davon drei mit Haarbusch, 32 für Chargierte und 128 für die Mannschaft, ferner 202 Joppen. Für die Steiger standen die folgenden Ausrüstungen zur Verfügung: 46 Gurte, 40 Seile mit Futteral, 40 Nothaken, 39 Leinen, 2 Laternen und 34 Signalpfeifen. Hinzu kamen 6 Gurte für die Hydrantenmannschaft, 16 Hydrantenschlüssel, 9 Hupen für die Zugführer und 8 Signalhörner.
Der Erste Weltkrieg 1914-1918 hinterließ auch bei der Feuerwehr Spuren. Die jungen, tauglichen Mannschaftsmitglieder wurden zum Wehrdienst einberufen. Die meisten zogen mit Begeisterung ins Feld. Zurück blieb eine geschwächte Feuerwehr, eine Wehr der alten Männer. Zum Glück meldeten sich einige ehemalig Mitglieder zur freiwilligen Übernahme des Feuerschutzes zurück, denn auch während der Kriegsjahre blieben Brände nicht aus. Neun Schadensfeuer sind für diesen Zeitraum nachweisbar. 20 Feuerwehrmänner kehrten vom Kriegsdienst nicht wieder zurück. Sie hatten ihr Leben gelassen für eine Sache, die in keiner Weise dem Leitgedanken und Wehrruf der Pößnecker Turnerfeuerwehr entsprach: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“ Zum Gedenken an die Gefallenen wurde am 23. April 1921 eine Ehrentafel im Versammlungslokal der Wehrleute, im Schützenhaus, enthüllt. Über die Übernahme des neuen Steigerturmes am Viehmarkt im Jahre 1925 wird an anderer Stelle berichtet. 1928 erhielten die Feuerwehrmänner neue Uniformen. Im gleichen Jahr erfuhr der Gerätepark eine Bereicherung von hohem Wert. Zunächst wurde eine sechszylindrische Motorspritze, eine Lafettenspritze, angeschafft. Sie förderte in der Minute 1000 Liter. Hinzu kam ein Mannschaftswagen, er ähnelte einem großen PKW:
Im Jahre 1929 gab es wie bisher die Freiwillige Feuerwehr und die Pflichtfeuerwehr. Letzterer gehörten alle männlichen Einwohner zwischen dem 20. und dem 26. Lebensjahr an. Die gesamte Freiwillige Feuerwehr wurde im Frühjahr 1925 in vier Löschzüge eingeteilt: Löschzug I - Freiwillige Turnerfeuerwehr Pößneck Löschzug II - Freiwillige Feuerwehr Jüdewein Löschzug III - Freiwillige Feuerwehr Köstitz Löschzug IV - Freiwillige Feuerwehr Schlettwein Als Bezirksbrandmeister fungierte 1929 August Faber, Mühlstraße 2 a, als Oberbrandmeister Paul Hoffmann, Liebknechtstraße 17. Sechs Feuerwehrgerätehäuser standen zur Verfügung. Acht über die Stadt verteilte Feuermeldestellen dienten der schnellen Alarmauslösung. Zwei Betriebsfeuerwehren, die des Vogel-Verlages und die der Flanellfabrik Siegel & Schütze, konnten zusätzlich eingesetzt werden.
Die großen Fabrikbrände in den Jahrzehnten vor und nach 1900
Im Jahre 1862 trat das Gesetz über die Gewerbefreiheit im Herzogtum Sachsen-Meiningen in Kraft. Damit begann der industrielle Aufschwung Pößnecks, in dessen Folge das Städtchen an der Kotschau zu den bedeutendsten Industriestädten Thüringens aufstieg. Bald kristallisierte sich heraus, welche Unternehmen im Rennen um die vorderen Plätze, im Kampf um`s Überleben, gewinnen würden. Es waren die Flanellfabriken Chr. Fr. Bernhardt, Büttner & Freysoldt, Fischer & Seige, Horn & Co, C. H. Rhanis, F. G. Roßner, Siegel & Schütze, Siegel & Schäller, G. F. Thalmann, Wölfel & Sohn und Zöth & Sohn. Hinzu kamen die Lederfabriken bzw. Gerbereien Emil Brüderlein, Diesel & Weise und R. Weithase & Co, ferner die Schokoladenfabrik Robert Berger und etwas später der Vogelverlag mit Großdruckerei.
Die ersten großen Fabrikgebäude entstanden um 1880. Bei der Errichtung dieser Backsteinbauten hatte man durchaus Gesichtspunkte des Brandschutzes berücksichtigt. Weil sich das Feuer besonders leicht in Treppenhäusern ausbreitet, hatte man diese grundsätzlich mit eisernen Treppen ausgestattet. Die Decken in den großen Hallen der mehrstöckigen Fabrikbauten wurden von gusseisernen Stützen getragen. Lediglich im Dachbereich kamen Holzstützen zur Anwendung. Einen gewissen Schwachpunkt bildeten die Fußböden. Zu dieser Zeit waren hölzerne Dielen noch gang und gäbe. Im Laufe der Jahre saugten sich die Fußbodenbretter voll Öl und konnten somit leicht entzündet werden. Problematisch waren auch die beträchtlichen Vorräte an Rohmaterialien. Die Flanellfabriken lagerten große Mengen von Schafswolle. In der Lacklederfabrik Emil Brüderlein gab es stets einen Vorrat an leicht entzündbarem Lack. Die ersten Fabrikbrände hatten noch nicht die katastrophalen Ausmaße, wie die späteren. In dem Jüdeweiner Dampfsägewerk Hohlweg & Schmidt (Jüdeweiner Straße 28) brach 1889 und 1895 Feuer aus, in der Lacklederfabrik des Emil Brüderlein 1878, 1892 und 1896. Auch in der Flanellfabrik Chr. Fr. Bernhardt hatte es 1990 und in der Lederfabrik R. Weithase & Co. 1896 gebrannt. Doch diese Schadensfeuer beschränkten sich auf kleinere Gebäude bzw. Gebäudeteile und konnten problemlos gelöscht werden. Am 9. November 1898 morgens 3 Uhr wurde ein Großfeuer gemeldet.
Das Hauptgebäude der Flanellfabrik F. G. Roßner, Raniser Straße 3 (zu DDR-Zeiten Streichgarnspinnerei), stand in Flammen. Der große Fabrikbau mit vier Obergeschossen und einem Treppenturm war 1892 erst errichtet worden, hatte also erst ein Alter von sechs Jahren. Einen Brand solchen Ausmaßes hatte Pößneck noch nicht erlebt. Die Feuerwehr stand vor bisher noch nicht gekannten Aufgaben. Das Gebäude brannte vollkommen nieder. Nur die Umfassungsmauern blieben als Ruinen stehen. Man zog daraus eine Lehre, die sich in den folgenden Jahren mehrfach bestätigte: Wenn eine Fabrik brennt und die Flammen bereits die Holzfußböden und den Dachstuhl erfasst haben, ist ein Löschen nicht mehr möglich. Die Feuerwehr hat dann die Aufgabe, die benachbarten Häuser zu schützen. Am 20. Juni 1901 kam es zu einem Brand in der Flanellfabrik J. G. Zöth & Sohn, Saalfelder Straße 18. Er konnte jedoch gelöscht werde, da die Flammen nicht großräumig um sich griff. Am 7. Juni 1904 brannte die Flanellfabrik Fischer & Seige, das zweite große Schadensfeuer in einem Industriegebäude. Die Zeitung berichtete darüber folgendes: „Heute Abend in der siebenten Stunde ertönte Feuerlärm. In der Flanellfabrik von Fischer und Seige war auf dem oberen Boden des Vordergebäudes, im Anschlagraum, nach ½ 7 Uhr Feuer ausgebrochen, welches in großer Schnelligkeit um sich griff. Das gefräßige Element sprang dann auch auf die beiden darunter gelegenen Stockwerke, Appretur und Spinnerei, über, von denen das erstere abbrannte, im anderen konnte das Feuer mit großer Mühe zum Stehen gebracht werden. Die Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt. Das Feuer verbreitete eine große Hitze. Vom Postgebäude aus wurden alle Telegraphendrähte, die der Gefahr des Schmelzens ausgesetzt waren, abgeschnitten.“ Bei den Löscharbeiten kam neben der Freiwilligen Feuerwehr zum ersten Mal eine betriebseigene Wehr zum Einsatz. Es folgten Industriebränden mittleren Ausmaßes, die alle mehr oder weniger erfolgreich von der Feuerwehr bekämpft wurden: 16. August 1905 – Lacklederfabrik Emil Brüderlein 24. September 1905 – Flanellfabrik J. G. Zöth und Söhne
Es folgte eine Serie kleinerer Fabrikbrände: 27. April 1907 – Lederfabrik Diesel & Weise 15. Februar 1909 – Lacklederfabrik Emil Brüderlein, Lacksiedehaus 4. Juli 1909 – Flanellfabrik Chr. Fr. Bernhardt 18. November 1909 – Flanellfabrik F. G. Thalmann
10. Januar 1910 – Flanellfabrik Chr. Fr. Bernhardt 7. Juli 1911 – Flanellfabrik Chr. Fr. Bernhardt 17. März 1912 – Lacklederfabrik Emil Brüderlein
Die Ruine der Flanellfabrik Siegel & Schütze vorn und im links Hintergrund Zöht & Söhne zeugen vom größten Brand, den Pößneck je erlebte. Er ereignete sich in der Nacht vom 5. zum 6. Mai 1912
Die Nacht vom 5. zum 6. Mai des Jahres 1912 wird in der Pößnecker Chronik als Unglückstag ersten Grades vermerkt werden müssen. Ein Großfeuer bisher nicht gekannten Ausmaßes zerstörte gleich einen ganzen Industriekomplex. Betroffen waren die Flanellfabriken Siegel & Schütze und in unmittelbarer Nachbarschaft J. G. Zöth & Söhne. Ein Zeitungsbericht schildert die verheerende Katastrophe: „Gegen ½ 11 Uhr verkündeten gellende Hornrufe Großfeuer. Zugleich war auch die Alarmeinrichtung in Tätigkeit gesetzt worden. Beim Anrücken der Wehr lohten bereits ungeheure Flammen aus den Fenstern des Südgiebels im alten Siegel & Schützeschen Fabrikgebäude. Nicht lange währte es und die Hintergebäude der Greinerschen, Spandelschen, Pragerschen sowie Schöneschen Anwesen standen in hellen Flammen. Machte das Feuer in dem alten Fabrikgebäude an der Straße verhältnismäßig langsame Fortschritte, so fraß es desto gieriger hinter der Front weiter. Es ergriff den Bau über der Wollwäsche und sprang, da nur der Bach dazwischen liegt, auch auf die Fabrik von J. G. Zoeth & Söhne über. Gegen solche ungeheure Flammenherde sind alle menschlichen Löschmittel vergeblich. Ohnmächtig steht der Mensch dem Toben der Elemente gegenüber. In kurzer Zeit waren Millionen von Werten vernichtet. Der sechsstöckige Zoethsche Neubau am Osteingange des Ziegelgäßchens brannte vollständig aus. Mittlerweile hatte auch das Feuer an der Saalfelder Straße gefährliche Dimensionen angenommen. Die gegenüberliegenden Wohnhäuser von Partschfeld bis zum Hotel zum Ritter waren durch die riesige Hitze der größten Gefahr ausgesetzt. Überall fingen diese Häuser an den Dachsimsen Feuer und schienen dem Untergang geweiht. Mit Todesverachtung kämpfte unsere wackere Wehr um ihre Erhaltung. Sogar auf die eigenen Schiebeleitern musste der Strahl gerichtet werden, da diese selbst zu dampfen anfingen. Aus den Häusern stürzten Menschen mit gerettetem Gut, Mütter und Väter mit Kindern auf dem Arm, wie sie diese gerade aus ihren Betten gerissen hatten. Dazwischen prasselten niederstürzendes Gebälk und Steine, untermischt mit kräftigen Duschen der Strahlrohre und einem gewaltigen Funkenregen. Dröhnend donnerten die Säle mit der Maschinenlast zusammen, immense Feuergarben gen Himmel sendend. In Herschdorf soll es so hell gewesen sein, daß Geldstücke auf der Straße zu erkennen waren. Die Hitze stieg dabei ins Unerträgliche, oft zur Flucht zwingend, doch trotz alledem, das für unmöglich Gehaltene gelang. Die Südseite der Saalfelder Straße wurde gehalten, wenn einzelne Gebäude auch mehr oder weniger durch Wasser gelitten haben. Schon glaubte man das Schlimmste überstanden zu haben, da die betreffenden Fabrikgebäude ausgebrannt oder in sich zusammen gestürzt waren, da ertönte auf einmal der Schreckensruf: Das Zoethsche Quergebäude mit dem Maschinenhaus steht in Flammen. Auch hier konnte die Wehr nur darauf bedacht sein, die Spinnerei und das Lagerhaus zu decken. Schauerlich klang zwischen den Hornsignalen und Kommandorufen das Brausen der abgelassenen Kessel und der Dampfpfeifen. Bald stürzte auch das Quergebäude in sich zusammen, die große Dampfmaschine unter sich begrabend und zertrümmernd, während benannte Nachbargebäude erhalten blieben. …. Leider haben sich mehrere Feuerwehrleute Verletzungen zugezogen, darunter einige schwere. Ein Wehrmann brach beim Anrücken ein Bein, ein anderer quetschte sich das Knie, auch eine kranke Dame mußte aus dem brennenden Haus von Otto Greiner getragen werden. Alle drei Personen fanden im Krankenhaus Aufnahme. ….. Die stehengebliebenen Giebel und Mauerreste der teils fünf- bis sechsstöckigen Gebäude bildeten eine große Gefahr und mussten umgelegt werden. … Ohne die Dampfspritzen der benachbarten Fabriken wäre wohl heute die halbe Stadt abgebrannt. Unsere wackere Feuerwehr aber hat wieder einmal gezeigt, daß sie den schweren Aufgaben, die ihrer in Pößneck harren, voll und ganz gewachsen ist. … Wohl uns, daß wir uns in der Stunde der Gefahr auf diese tüchtigen Leute verlassen können. …. Der Schaden, welcher in die Millionen geht, ist durch Versicherungen gedeckt. Fast die gesamte deutsche Assekuranz dürfte daran beteiligt sein, aber auch ausländische Gesellschaften. …. Während es aber der Siegel & Schützschen Fabrik, der die Spinnerei abbrannte, noch möglich ist, einen Teil des Betriebes aufrecht zu erhalten, so kann die Zoethsche Fabrik überhaupt nicht arbeiten, da ihr die Kraft fehlt.“
Es folgen in abgekürzter Form einige Bilddokumente, an der weiteren textlichen Vervollständigung wird derzeit gearbeitet.
Seit Oktober 1891 stehen der Feuerwehr innerhalb der Stadt Hydranten zur Verfügung.
Feuerlöschübung in der Saalfelder Straße an den Gebäuden der Flanellfabrik Siegel & Schütze im Jahre 1929.
Am 11. Aprill 1933 brannte der Dachstuhl des Hauses Neustädter Straße 5. Löscharbeiten sind auf dem nächsten Bild zu sehen.
Dachstuhlbrand 11. April 1933
Am 10. Februar 1934 brannte das Spinnereigebäude der Flanellfarik Büttner & Freysoldt nieder.
Während einer Übung im Jahre 1934 bringen Feuerwehrmänner die mechanische Ausziehleiter im Laufschritt zu dem gemeldeten Brandplatz.
Bei einem großen Appell der Wehren des Landkreises Saalfeld im Jahre 1939 wurde u.a. gezeigt, wie man mittels Hakenleiter binnen kurzer Zeit das oberste Stockwerk des Steigerturmes am Viehmarkt erklimmen kann
Otto Groß wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als 1. Brandmeister in Pößneck eingesetzt und führte als Kommandant die Freiwillige Feuerwehr von 1945 bis 1949.
Diesen zur Hälfte offenen Mannschaftswagen, den sogenannten Jumbo, hatte die Feuerwehr Ende der 1920iger Jahre erhalten.
Im September 1969 verunglückte das Tanklöschfahrzeug TLF 16 in der Nähe der Linkenmühle und stürzte in den Graben.
Großbrand im GHG Haushaltwaren an der Saalfelder Straße am 30.Mai 1975.
Zur 125 Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1983 wird das Löschen eines Brandes mittels CO²-Löschgerät forgeführt.
Einsatz der Feuerwehr in der Erst-Thälmann-Straße während des Hochwassers im Februar 2006.
Im April 1999, während der Vorbereitungen zur Landesgartenschau, wurde durch Brandstiftung versucht, das T2-Gebäude auf dem Viehmarkt zu zerstören.
Rettung eines Schwerverletzten nach einem Verkehrsunfall am 2. Juni 2001 in Kleindembach durch den Rettungsdienst.
Am 3. April 2005 in den Abendstunden stand der Dachstuhl des leerstehenden Wohnhauses, Turmstraße 13 in Flammen. Die Brandstifter konnten nicht ermittelt werden.
Großbrand in der Firma "Abeschleppdienst Berhardt", Köstritzer Straße 19, am 2. August 2007
Das Feuerwehr Gerätehaus am Viehmarkt und der gesamte Fahrzeugpark im April 2008.
Die 1999 neu angeschaffte Drehleiter mit Korb, sie kann im oberem Bereich abgeknickt werden.
Das Feuerwehrgeräthaus am Schillerplatz (eigentlich am Lutherplatz gelegen) wurde im Jahre 1853 erbaut.
Das Feuerwehrgerätehaus am Viehmarkt im April 2008.
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Pößneck nach einem Übungsdienst im April 2008.
Stadtbrandmeister: Helmut Müller Quellen: Archiv der FF Pößneck, Pößnecker Heimatblätter, Sonderheft 2008, 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Pößneck,mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchiv Pößneck
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| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 20. August 2010 um 17:45 Uhr |










































